Überleben unter Kollegen

»Mein Job wäre ja prima, wenn da nur die Kollegen nicht wären!«

 

Vielen von uns machen intrigante, langsame oder jammernde Kollegen das Leben schwer. Sinkende Arbeitsmotivation, schlechtes Teamwork und eine steigende Krankheitsquoten sind die Folgen. Jobcoach Mathias Fischedick liefert in »Überleben unter Kollegen: Wie die Zusammenarbeit mit Nervensägen gelingt« auf humorvolle Weise Einblicke in die Psychen besonders nerviger Zeitgenossen und zeigt, was genau die Zusammenarbeit mit ihnen so anstrengend macht. Unter Einbezug des von ihm entwickelten WOW-Prinzips gibt er zahlreiche Tipps, wie wir besser miteinander auskommen können und so wieder mehr Spaß bei der Arbeit haben.

Leseprobe

 

Vorwort


Sie haben auch diesen einen Kollegen, dessen Anwesenheit allein Sie auf die Palme bringt? Und dann ist da noch die nervige Tussi aus der Nachbarabteilung, die in Meetings einfach unerträglich ist? Wahrscheinlich gehen Ihnen jetzt noch mehr Namen und Gesichter Ihrer „lieben Kollegen“ durch den Kopf, denn ansonsten würden Sie dieses Buch nicht in Händen halten. Ja, es ist Fakt: Eine Menge unserer Energie verschwenden wir im Job täglich damit, uns mit nervigen und anstrengenden Kollegen auseinandersetzen zu müssen. Die Folgen sind zeitraubende Machtkämpfe, unfaire Spielchen, sinkende Motivation, Frustration, schlechtes Teamwork, miese Ergebnisse und am Ende tobende Chefs oder sogar kranke Mitarbeiter.


Seit über zehn Jahren begleite ich als Businesscoach Angestellte und Führungskräfte bei ihren Herausforderungen im täglichen Miteinander. Meine Erfahrung zeigt, dass es selten das Fachliche ist, das zu Konflikten in der Zusammenarbeit führt, sondern vor allem das Zwischenmenschliche für Stress unter Kollegen sorgt: „Wenn der Kevin noch einmal so blöd fragt, dann explodiere ich!“, „Mein Chef versteht mich einfach nicht!“, „Warum kann die Petra nicht endlich die Aufgaben so umsetzen, wie ich es ihr sage?“ Typische Sätze, wie ich sie im Coaching sowohl von Mitarbeitern als auch von Chefs häufig zu hören bekomme.


Klar, dass Sie sich Ihre Kollegen nicht aussuchen können – es sei denn, Sie sind der Big-Boss. Doch wie kann es gelingen, so mit den Arbeitsgenossen umzugehen, dass sie weniger nerven und am Ende alle gut zusammenarbeiten und wieder mehr Freude bei der Arbeit haben? Die Lösung steckt in diesem Buch. Auch wenn es für Sie vielleicht noch unglaublich klingt, es gibt einen Weg, wie Sie es schaffen können, mit (fast) jedem Kollegen eine entspannte und produktive Arbeitsbeziehung herzustellen.


Im Vergleich zu anderen Büchern werden Sie hier keine Anleitungen finden, wie Sie gegen Ihre Kollegen kämpfen, sie manipulieren oder dominieren können. Das Konzept, das ich Ihnen vorstelle, basiert vielmehr auf einem Umgang auf Augenhöhe. Denn das Erfolgsrezept für eine gute und vor allem nachhaltige Kollegialität ist unser Verständnis, warum manche Kollegen nerven und andere nicht. Mit einfach nachvollziehbaren und in der Praxis erfolgreich erprobten Tools zeige ich Ihnen, wie Sie eine kooperative Beziehung selbst zu den anstrengendsten Kollegen, Chefs und sogar Kunden aufbauen können.


Um den größten Nutzen zu erzielen, empfehle ich Ihnen, sich nicht nur einzelne Übungen herauszupicken, sondern das ganze Buch chronologisch zu lesen. Denn eine wichtige Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung ist es, das von mir entwickelte „WOW!-Prinzip“ Schritt für Schritt zu verinnerlichen. Es geht dabei um Ihre Grundhaltung sich selbst und anderen Menschen gegenüber sowie um den spielerischen Umgang mit herausfordernden Situationen. Diese Leichtigkeit werden Sie auch beim Lesen spüren, denn meiner Erfahrung nach lassen sich schwere Themen mit einer Portion Humor viel leichter angehen.


Liebe Leserinnen, aufgrund der besseren Lesbarkeit habe ich mich entschieden, im Folgenden nur die männliche Form zu verwenden. Ich hoffe, Sie fassen diese Entscheidung nicht als Respektlosigkeit Ihnen gegenüber auf. Natürlich bezieht sich alles, was ich schreibe, nicht nur auf Leser und Kollegen, sondern ebenso auf Leserinnen und Kolleginnen.

Und nun wünsche Ich Ihnen viel Vergnügen beim Lesen! Ich bin mir sicher, Sie werden im Anschluss nicht nur Ihre Kollegen, sondern auch viele Menschen in Ihrem privaten Umfeld mit anderen Augen sehen.
Mathias Fischedick, im Sommer 2018

 

Warum die Zusammenarbeit zu einer immer größeren Herausforderung wird


Der morgendliche Weg zur Arbeit wird immer öfter von dem Gefühl begleitet, in den Kampf zu ziehen. Woher kommt das? Nach meiner Erfahrung liegt es daran, dass sich die Art der Zusammenarbeit in den letzten Jahren stark verändert hat. Vorbei sind die Zeiten, in denen der Chef von oben anordnete, was und wie genau es zu tun war. Heute wird von den Mitarbeitern Teamwork verlangt, das heißt, ein immer selbstständigeres und mehr auf Augenhöhe stattfindendes Zusammenarbeiten. Diese größere Freiheit ist auf der einen Seite ein Geschenk, auf der anderen Seite aber auch eine Last, denn mit der Freiheit steigt die Verantwortung. Dazu gehört, sich intensiver mit den Kollegen auseinanderzusetzen. Es ist anstrengend, sich auf die unterschiedlichen Charaktere einzustellen, Überzeugungsarbeit zu leisten und Verständnis zu zeigen. Einige meiner Seminarteilnehmer und Klienten sehnen sich sogar nach den Zeiten zurück, in denen sie sich hinter den „Anweisungen von oben“ verstecken konnten.


Doch es ist nicht nur das moderne Führungsverständnis, das Mitarbeiter und Kollegen vor neue zwischenmenschliche Herausforderungen stellt, sondern auch die rasante technische Entwicklung.

„Digitalisierung“ und „Industrie 4.0“ sind heute Topthemen, mit denen sich unzählige Veröffentlichungen, Blogs, Seminare und Vorträge befassen. In meinen Augen wird der Fokus hier allerdings oft zu einseitig auf die technischen Aspekte gelegt und dabei der Einfluss der neuen Technologien auf die Art der Zusammenarbeit übersehen. Denn zum einen verlieren wir durch digitale Kommunikationsmedien wie E-Mails, WhatsApp und andere Messaging-Dienste immer stärker den persönlichen Bezug zu unseren Kollegen, zum anderen werden durch die Technisierung mehr und mehr Standardtätigkeiten von Computern und Maschinen übernommen. Dadurch erhöht sich das Arbeitstempo für die menschlichen Mitarbeiter, und die Aufgaben verlagern sich zunehmend in den kreativen Bereich, hin zu Tätigkeiten wie der Entwicklung neuer Prozesse, Produkte und Abläufe. Gerade hier brauchen wir jedoch die persönliche Unterstützung unserer Kollegen, weshalb die Bedeutung persönlicher Netzwerke wächst und eine noch intensivere Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Charakteren unvermeidbar wird.

Genau diese zwischenmenschliche Auseinandersetzung macht uns zu schaffen. Es fällt jedem leicht, sich mit Menschen auszutauschen, die ähnlich ticken wie er selbst. Eine Kooperation mit Andersdenkenden und -handelnden ist dagegen anstrengend. Doch gerade die unterschiedlichen Erfahrungen, Glaubenssätze, Arbeitsweisen und Philosophien sind es, die in der Zusammenarbeit neue, kreative Wege eröffnen und ein Unternehmen überlebensfähig halten.


Dies bestätigt auch die aktuelle Studie „Skill shift: Automation and the future of the workforce“ des McKinsey Global Institute (MGI). Die Wissenschaftler haben hierin die Fähigkeiten analysiert, die Unternehmen ihren Mitarbeitern bis 2030 abverlangen werden. „Auch in Zeiten der Digitalisierung gewinnen Kommunikations- und Verhandlungsgeschick, Empathie und Führungsvermögen weiter an Bedeutung“, stellen die Studienautoren fest.
Bevor ich Ihnen mein Konzept vorstelle, wie eine kooperative, fruchtbare Zusammenarbeit von Andersdenkenden trotz aller zwischenmenschlichen Herausforderungen gelingen kann, lade ich Sie zu einer humorvollen Bestandsaufnahme ein.

 

...

Google Analytics Opt-Out Cookie wurde erfolgreich gesetzt.

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Akzeptiert